Personalentwicklung neu denken: Informelles Lernen & neue Medien

Hohe Wettbewerbsanforderungen zwingen Unternehmen zu permanenten Anpassungs-, Innovations- und Lernleistungen. Wissen und Lernen und vor allem Kompetenzen stellen daher die zentralen Faktoren, um die sich das Arbeitsleben und seine Kommunikationsformen in Zukunft organisieren werden, dar. Im Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung ist demnach in vielen Unternehmen ein Umdenken in Richtung „permanentes Lernen“ im großen Stil erforderlich. Dem entsprechend ist es unerlässlich, sich einerseits von den klassischen Personalentwicklungsmaßnahmen, wie Seminare, Trainings etc., zu distanzieren und arbeitsimmanente Lernformen zu institutionalisieren und andererseits die entsprechenden Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Ressourcen zu schaffen bzw. zur Verfügung zu stellen.

 

Informelles, formales und non-formales Lernen

Wie jeder Lernprozess beginnt auch informelles Lernen mit der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, was im Rahmen menschlichen Handelns immerwährend passiert. Der informelle Lernprozess ist also an Tätigkeiten gebunden und setzt eine reflexive Informationsverarbeitung voraus („Social Workplace Learning“). Informelles Lernen unterscheidet sich demnach wesentlich vom Prinzip des formalen und non-formalen Lernens. Formales Lernen basiert auf einer geplanten und vorgegebenen Struktur und wird nach erfolgreichem Abschluss, durch zum Beispiel Zeugnisse oder Zertifikate, formal anerkannt. „Non-formales Lernen“ bezieht sich zwar auf einen individuellen Lernbedarf, greift jedoch auf ein formales Lernarrangement zurück, ohne dem Ziel der Erlangung eines formalen Abschlusses. Informelles Lernen findet allgegenwärtig, im Prozess der Arbeit und in der Freizeit, statt und ist durch seine fehlende Struktur gekennzeichnet, meist nur inzidentell und führt üblicherweise nicht zu einer Zertifizierung.

Neue Medien unterstützen die für den arbeitsimmanenten Kompetenz­erwerb unabdingbaren informellen Lernprozesse!

Der Begriff des informellen Lernens hat, nachdem er sich im englischsprachigen Raum etabliert hat, auch im deutschen Erwachsenenbildungsbereich und im Rahmen der beruflichen Bildung Einzug gehalten. Ökonomische Gesichtspunkte und moderne Technologien bewirken eine Wiederbelebung von bereits vergessenen Lernformen oder die Entstehung von neuen Lernfeldern. Dazu zählen das Lernen am Arbeitsplatz, soziales Lernen und Lernen mit neuen Medien. Erscheint zwar die curriculare Erfassung als schwierig, ist die zunehmende Relevanz für den beruflichen Kompetenz­erwerb unübersehbar. Im betrieblichen Kontext gewinnen informelle Lernprozesse im Sinne der Intentionalität immer mehr an Relevanz, da deren Bedeutung als effektivster und effizientester Lernbereich, in einer sich permanent schneller verändernden Welt, immer stärker bewusst wird.
Für Berufstätige mit Selbstlern- und Medienkompetenz wird informelles Lernen durch den Einsatz neuer Medien sogar zu einer alltäglichen Lernform, egal ob dabei aktiv eigene Blog- oder Forumseinträge verfasst bzw. kommentiert oder lediglich recherchiert und gelesen werden.

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